Gemeinde Freienfeld
Geografisch beginnt Freienfeld südlich der Zusammenflüsse des Eisacks mit dem Pfitscherbach von Osten und mit dem Ridnaunerbach von Westen. Die Schlösser Sprechenstein und Reifenstein bilden eine natürliche Pforte, südlich davon breitet sich das Sterzinger Moos zu ansehnlicher Größe aus. Anschließend folgt eine einzigartige Hügel- und Mäanderlandschaft, bedingt durch einen Bergsturz, und der einzige Eisackabschnitt zwischen Freienfeld und Mauls, der unter Schutz gestellt wurde und nicht für Energiegewinnung abgeleitet wird. Am Beginn der Sachsenklemme bei Graßstein endet das Gemeindegebiet im Süden. Im Osten bildet das Einzugsgebiet des Maulserbaches und des Valserbaches eine natürliche Grenze, im Westen das Einzugsgebiet des Eggertalbaches aus den Sarntaler Alpen mit dem Penser Joch.
Insgesamt hat die Gemeinde Freienfeld eine Fläche von 9.529 ha und besteht aus den Ortsteilen: Freienfeld, Egg, Elzenbaum, Flans, Gansör, Gupp, Leimgrube, Mauls, Niederried, Pfulters, Ritzail, Rust, Stilfes, Schaitach, Trens, Valgenäun und Sprechenstein.

Historisches
Das Gebiet der Gemeinde Freienfeld kann auf eine lebendige historische Vergangenheit zurückblicken.
Es gibt sowohl Funde aus prähistorischer Zeit, wie auf dem Kirchhügel von St. Valentin in Valgenäun, als auch aus der Zeit der Römer: so der Meilenstein des Septimus Severus, datierbar in das Jahr 201 n. Chr. aus Freienfeld, der Grabstein der Aurelia Ruffina, genannt ”Quartinusstein”, und der Weihestein an den Lichtgott Mithras, der ”Mithrasstein”, die bedeutendste römische Plastik unseres Landes, aus Mauls.
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Tourismus
Sehenswürdigkeiten
Burg Reifenstein:
Am Rande des einst von Sümpfen erfüllten Sterzinger Mooses auf einem felsigen, inselähnlichen Bergrücken gelegene Burg, welche eine der besterhaltenen und auch kunsthistorisch wertvollsten Burgen Südtirols ist (12. Jh.). An der nördlichen Randerhebung befindet sich das im Jahre 1330 urkundlich erwähnte Kirchlein St. Zeno, zu dessen Fuß im September 1996 bajuwarische Baumsärge aus der Zeit zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert n. Chr. entdeckt wurden.
Burg Sprechenstein:
Sie steht mit ihrem weithin sichtbaren Rundturm auf einem wehrhaften Felsvorsprung gegenüber der Burg Reifenstein (13. Jh.). Sehenswert ist die Erasmuskapelle.
Schloss Welfenstein:
Das in der Zeit der Burgenromantik (um 1895) entstandene Bauwerk steht auf den Resten einer mittelalterlichen Burganlage (13. Jh.) und wurde durch einen Brand (1918) arg zerstört.
Maria Trens:
Wallfahrtskirche, ein spätgotischer Bau aus dem Jahre 1498. Nach Maria Weißenstein der bedeutendste Wallfahrtsort Südtirols. Das Gnadenbild, stehende Madonna mit Kind, stammt aus dem Jahre 1470. Die Gnadenkapelle wurde 1726/27 angebaut und mit einem Marmoraltar von Cristoforo Benedetti ausgestattet. 1753/54 wurde das Innere der Kirche unter der Leitung von Adam Mölck barockisiert. Von kunsthistorischem Interesse sind zahlreiche Votivtafeln und ein Gemälde, das die Übertragung des Gnadenbildes (1728) in die Kapelle darstellt.
Pfarrkirche:
in Stilfes, dem hl. Petrus geweiht, bereits 827 n. Chr. erstmals urkundlich erwähnte, ehemalige Dekanatskirche (1616 bis 1950), Deckengemälde von Christoph Brandstätter. Die Fresken und die Einrichtung ergeben ein beachtenswertes Bild eines Raumes aus dem späteren Barock bzw. Klassizismus.
Pfarrkirche:
zum hl. Oswald König in Mauls, 1329 erstmals genannt. Von 1433 steht noch der spitze Turm mit einer Sonnenuhr. Das heutige Gotteshaus ist im Brixner Kirchenbaustil der Rokokozeit 1827/30 errichtet worden. Die Fresken und Altarbilder stammen von Josef Renzler, Anton Sieß und Franz Plattner.
Valgenäun: Die zur Pfarre Stilfes gehörende St. Valentinskirche ist ein spätgotisches Kirchlein aus der Zeit um 1500 und liegt am ostseitigen, sonnigen Berghang zwischen Mauls und Trens auf einer Höhe von 1110 m.
Quartinus-Stein: Die Kopie dieses römischen Grabsteines, den Quartinus für seine Mutter Aurelia Ruffina setzte, steht gegenüber dem altehrwürdigen Fuhrmannsgasthof zum ”Einhorn”, dem heutigen ”Romantikhotel Stafler” an der alten Brennerstraße.
Biotop: Grante Moos zwischen Elzenbaum und Stilfes

Fakten
Fläche
Gesamtfläche: 9.529 ha
Aus der Einwohnerintensität von etwa 25 Einwohnern pro km2 wird die ländliche Struktur von Freienfeld ersichtlich.
Landwirtschaftlich genutzte Fläche: 1.455 ha
Alpen: 2.777 ha
Wald: 4.741 ha
Unproduktive Fläche: 536 ha
Baufläche: 19 ha Bevölkerung laut Volkszählungen
Jahr Einwohner
1971 2.152
1981 2.309
1991 2.383
1999 2.455
2000 2.466
95,6% (dt.)
4,1% (ital.)
0,3% (lad.)
Erwerbsstruktur
Wirtschaftliche Einnahmequellen sind die Landwirtschaft, der Handel, der Dienstleistungssektor, das Handwerk und der Fremdenverkehr. Die insgesamt 391 Betriebe unterteilen sich nach Erwerbstätigkeit in:
Landwirtschaft: 277 Betriebe
Handwerk/ Kleinindustrie: 44 Betriebe
Gastgewerbe: 38 Betriebe
Handel: 18 Betriebe
Die landwirtschaftlichen Betriebe sind größtenteils auf die Viehhaltung und Milchwirtschaft ausgerichtet. Davon sind rund 65% Zuerwerbsbauern.
Politik
Die Bürgermeister seit 1926
Faschistische Amtsbürgermeister (podestà)
1926 - 1930 Giovanni Galletti
1930 - 1936 Cav. Luigi Tonini
1936 - 1941 Cav. Luciano Rivela
1941 - 1943 Enrico Clara
Kommissarische Bürgermeister
1943 Johann Leitner
1944 - 1945 Robert Stafler
1945 Josef Markart und Domenico Forastieri
1946 Josef Markart
Gewählte Bürgermeister
1952 - 1956 Peter Hasler
1956 - 1964 Wilhelm Wieser
1964 - 1974 Rag. Karl Stafler
1974 - 1980 Wilhelm Wieser
1980 - 1995 Dr. Ferdinand Rainer
1995 - 1998 Adolf Zihl
1998 - 1999 Otto Prader (kommissarischer Verwalter)
1999 - 2005 Dr. Ferdinand Rainer
seit 2005 Armin Holzer
Gemeindeverwaltung im Jahr 2005
Bürgermeister
Holzer Armin (SVP)
Vizebürgermeisterin
Seehauser Alois (SVP)
Gemeindeausschuss
Pürgstaller Ralser Elsa (SVP)
Rainer Karl (SVP)
Sparber Alfred (SVP)
Gemeinderäte
Hilber Nössing Helene (SVP)
Hochrainer Josef (SVP)
Hochrainer Paul (Freie Liste Freienfeld)
Holzer Sabine (Freie Liste Freienfeld)
Huebser Bernhard (SVP)
Huebser Johann (SVP)
Mader Thaddäus (SVP)
Unterthiner Carmen (Freie Liste Freienfeld)
Wieser Joachin (SVP)
Zihl Adolf (SVP)
Gemeindesekretärin
Dr. Brigitte Preyer - Hochrainer