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Pfitsch
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Gemeinde Pfitsch

Als linksufriges Seitental bricht das Pfitschtal bei Sterzing gegen Nordosten tief in die herrliche Bergwelt der Zillertaler Alpen ein. Das nahezu 30 km lange Tal wird im Süden vom Zillertaler- und im Norden vom Tuxerkamm umrahmt.

Bezüglich der Höhenlage lassen sich vier Abschnitte ausmachen:
a) vom Eisack als Gemeindegrenze zu Sterzing bis zum Archerhof
    am Beginn der Streusiedlung Tulfer nur leicht ansteigend,
b) steiler Anstieg bis zur Wehr,
c) das landschaftlich reizvolle Hochtal bis zum Weiler Stein mit
    verhältnismäßig leichter Steigung,
d) von Stein (1555 m) steil hinauf zum Pfitscherjoch (2250 m),
    dem Übergang ins Zillertal.

Der Pfammesriegel gleich hinter dem sonnigen Weiler Afens bildet den Abschluss des äußeren Tales mit dem Hauptort Wiesen. Durch die rege Bautätigkeit der letzten beiden Jahrzehnte wandelte sich diese Ortschaft von einem Straßen- zu einem Haufendorf.
Zur einst selbstständigen Gemeinde Wiesen gehören Flains mit dörflichem Charakter, die Weiler Schmuders, Maibad und Mittermühle am linken Eisackufer sowie die Orte Tulfer und Afens.
Im Hochtal, dem eigentlichen Pfitsch, schmiegt sich Kematen (Außerpfitsch) an den sonnigen Nordhang. Zu dieser Fraktion zählen die Weiler Wehr, Ried, Burgum, Fußendraß, Wieden, Brunn, Grube, Rain, Platz und Überwasser. In Innerpfitsch liegt die Ortschaft St. Jakob mit den Weilern und Häusergruppen Wald, Knappen, Lehen, Sand, Kinzen, Anger, Holz und Stein.
Der bekannte Landesbeschreiber Johann Jakob Staffler geriet um die Mitte des 19. Jahrhunderts beim Anblick des schönen Hochtales ins Schwärmen: ”Heiterkeit und Anmut einer überaus schönen Alpennatur sind die hervorleuchtenden Hauptzüge. Am Waldsaume stehen einzelne Bauernhöfe. Aus dem Hintergrund blicken die strahlenden Schnee- und Eisspitzen hoch herab und vollenden eine Landschaft voll lieblicher Formen, ein Bild holdester Einsamkeit.” Er meint damit die firngekrönte Kuppe des Hochferners und den majestätischen Hochfeiler, mit 3510 m der höchste Berg der Zillertaler Alpen.


Historisches

Die Möser in der Talsohle zwischen Fußendraß und Platz erinnern daran, dass sich hier einst ein riesiger See ausdehnte. Beim Ausbruch desselben soll angeblich - für die diesbezügliche Jahreszahl 1080 gibt es keinen Beweis - ein Hüterbub gehört haben, wie die gewaltigen Wassermassen durch die Wehrschlucht hinaus ”pfitschten”; eine wahrhaft heitere Deutung des Namens Pfitsch. Eher dürfte wohl zutreffen, dass der Talname mit der lateinischen Bezeichnung ”ad fictas”, zu den ”eingerammten Pfählen”, zusammenhängt. Vorgeschichtliche Spuren einer Besiedlung wurden am Gschleiboden nahe Schmuders und am Burgstall in den Wiesner Köfeln gefunden.

Mehr zur Geschichte des Pfitschtales

Tourismus

Die Gemeinde Pfitsch ist dem Tourismusverein Sterzing angeschlossen.

Sehenswürdigkeiten

- die urkundlich erste Kirche des Tales
   (1298), die Johanneskirche in Flains,
   mit Flügelaltar;
- die 1681 erbaute Heiliggrabkapelle
   in Moos;
- das gotische Kruzifix (13. Jahrhundert),
  die Altar- und Decken bilder des Josef
  Renzler (1827, 1841) in - und der
  Marmorgrabstein an der Turmseite
  der Heiligkreuzkirche in Wiesen;
- das 1970 von Karl Grasser geschaffene 
  Kriegerdenkmal im neuen Teil des Wiesner Friedhofs;
- das Deckengemälde mit Pfitschern in Tracht in der alten
  Nikolauskirche, gemalt von Johann Schmaiter, die schönen
  Fresken des Franz und Plazidus Altmutter in der neuen
  Nikolauskirche in Kematen (Außerpfitsch);
- die kunstvoll gestaltete Fassade des prächtigen Widums in
  Kematen;
- die Marienwallfahrtskirche in Innerpfitsch, allgemein ”alte Kirche”
   genannt;
- die Deckengemälde des Josef Renzler (1823) in der neuen
   Jakobskirche von Innerpfitsch;
- die vielen kunstvollen schmiedeeisernen Grabkreuze auf den
   Friedhöfen in Wiesen, Kematen und St. Jakob;

Das Schloss Moos:  Das Schloss bekam diesen Namen, weil es am Rande des Sterzinger Mooses, das ehemals weit ins Wiesner Gebiet hineinreichte, um 1300 erbaut wurde. Verschiedene Adelsfamilien scheinen als Schlossherren auf: die Herren von Trautson, die Rottenburger, der Landesfürst selber, die reichen Tänzl aus Schwaz, die Brüder Christoph und Zacharias Geizkofler aus Sterzing, denen wir die heutige äußere Baugestaltung verdanken, die Kiepach, die Edlen von Perkhofen und Hocher, die Winkelhofen und die Freiherren von Sternbach.
Freiherr Leopold von Sternbach verkaufte 1950 um 14 Millionen Lire das Schloss Moos an die Südtiroler Vinzenzkonferenzen, die unter der bewährten Leitung des Grafen Franz von Forni ein Altersheim einrichteten. Nach außen macht das Schloss immer noch einen wehrhaften Eindruck, während im Innern in jahrelangen, schwierigen Umbauarbeiten ein modernes Heim für ungefähr 50 alte und gebrechliche Menschen entstand.
An Naturdenkmälern finden sich in Pfitsch das Biotop Sanderau, die Tropfsteinquelle im Burgumertal und der Gliedergang in Innerpfitsch. Pfitsch wurde wegen seines Mineralienreichtums weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und lockte viele Sammler an. Als ausgezeichneter Mineralienfachmann machte sich Max Obermüller aus Kematen in Pfitsch (1903 - 1974) einen Namen. Im Gliedergang in Innerpfitsch, von wo es hinaufgeht zur Wiener Hütte und weiter zum Hochfeiler, wurden viele wertvolle Steine gefunden (Bergkristalle, Rauchquarze, Granate, Adulare, Zirkone aus dem Burgumerberg). Der Bergbau förderte einst kupfer- und schwefelhaltiges Erz zu Tage.

Ein Kuriosum besonderer Art stellt die 1894 erbaute Landshuter Hütte (Europahütte, 2.713 m) unterhalb des markanten Berges Kraxentrager (2.998 m) dar. Diese Schutzhütte am Tuxerkamm wird seit 1919 von der Staatsgrenze geteilt: Ein Drittel des Geländes befindet sich auf österreichischem und zwei Drittel auf italienischem Staatsgebiet.

Fakten

Fläche
Gesamtfläche: 14.199 ha
Aus der Einwohnerintensität von etwa 18 Einwohnern pro km2 wird die ländliche Struktur der Gemeinde Pfitsch ersichtlich.
Landwirtschaftlich genutzte Fläche: 1.454 ha
Alpen: 3.676 ha
Wald: 4.017 ha
Unproduktive Fläche: 4.998 ha
Baufläche: 54 ha Bevölkerung laut Volkszählungen
 Jahr      Einwohner
 1971        2.211
 1981        2.325
 1991        2.508
 1999        2.650
 2000        2.662

 89,9% (dt.) 
   9,85% (ital.)
   0,25% (lad.)

Erwerbsstruktur
Wirtschaftliche Einnahmequellen sind die Landwirtschaft, der Handel, der Dienstleistungssektor, das Handwerk und der Fremdenverkehr.
Die Betriebe unterteilen sich nach Erwerbstätigkeit in:
Landwirtschaft: 232 Betriebe
Gastgewerbe: 34 Gastbetriebe mit 776 Betten; 22 Nebenerwerbsbetriebe mit 214 Betten
Handel:
34 Einzelhandelsbetriebe
2 Großhandelsbetriebe
3 Wanderhändler
Handwerk: 43 Betriebe
Industrie: 2 Betriebe Die landwirtschaftlichen Betriebe sind größtenteils auf die Viehhaltung und Milchwirtschaft ausgerichtet.

Politik

Die Bürgermeister seit 1926

Faschistische Amtsbürgermeister (podestà)

Ehemalige Gemeinde Pfitsch
1926 - 1929 Ing. Giuseppe Vandoni
1929 - 1930 Lodovico Merelli
1930 - 1931 Manlio Trabalza Ehemalige Gemeinde Wiesen
1926 - 1928 Johann Weissteiner
1928   Dott. Leopoldo Traversi
1929   Dott. Leonardo Magi
1930 - 1931 Cav. Achille de Cadillac
1931 werden die Gemeinden Wiesen und Pfitsch zur Gemeinde Pfitsch zusammengelegt

Faschistische Amtsbürgermeister (podestà)
und kommissarische Bürgermeister
1931 - 1938 Cav. Achille de Cadillac
1938 - 1940 Cav. Francesco del Chicca
1940 - 1943 Cav. Enrico Schievano
1943 - 1944 Dr. Alois Kortleitner
1945 - 1952 Johann Bacher Gewählte Bürgermeister
1952 - 1977 Johann Bacher
1977 - 2000 Johann Pupp
seit 2000     Dr. Johann Frei

Gemeindeverwaltung im Jahr 2005

Bürgermeister
Dr. Johann Frei (SVP)

Vizebürgermeister
Gasser Johann (SVP)

Gemeindeausschuss
Ainhauser Delueg Renate (SVP)
Graus Werner (SVP)
Walter Simon (SVP)

Gemeinderäte
Abram Nestl Susanne (SVP)
Astenwald Erwin (SVP)
Braito Silvano (Alleanza Nazionale)
Delueg Ernst (Union für Südtirol)
Hofer Egon (SVP)
Keim Karl (SVP)
Mair Arnold (SVP)
Obermüller Michael (SVP)
Volgger Anton (Union für Südtirol)
Volgger Leopold (SVP)

Gemeindesekretär
Dr. Paul Steckholzer

 

Kontakt
Gemeinde Pfitsch

Fraktion Wiesen 110
I - 39040 Pfitsch
Tel. +39/0472/765104
Fax +39/0472/767250

Email:pfitsch@gvcc.net

Bürgermeister
Dr. Johann Frei

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